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Software

Software [ˈsɒftweə(ɹ)] bezeichnet alle nichtphysischen Funktionsbestandteile eines Computers. Dies umfasst vor allem Computerprogramme sowie die zur Verwendung mit Computerprogrammen bestimmten Daten.

Software wird häufig in Gegensatz zu Hardware gesetzt, welche den physischen Träger bezeichnet, auf dem Software existiert und funktioniert und allein mit Hilfe dessen sie ihre Funktion erfüllen kann. In diesem Sinne wurde der Begriff erstmalig 1957 von John W. Tukey benutzt. Umgangssprachlich wird "Software" oft auch ausschließlich für "aktive" Daten, also ausführbare Computerprogramme gebraucht, "passive" Daten fallen dabei weg.

Inhaltsverzeichnis




Arten von Software

Software lässt sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden. Eine mögliche orientiert sich an einer büroorientierten Anwendersicht, welche eine konkrete Sicht auf die Funktionalisierung gibt.

  • Systemsoftware, die für das ordentliche Funktionieren des Computers erforderlich ist (hierzu zählen insbesondere das Betriebssystem als auch zusätzliche Programme wie Virenschutz-Software), und
  • Anwendungssoftware, die den Benutzer bei der Ausführung seiner Aufgaben unterstützt und ihm dadurch erst den eigentlichen, unmittelbaren Nutzen stiftet.

Software, die fest in einem Gerät zu dessen Steuerung untergebracht ist (z. B. in einem ROM), bezeichnet man auch als Firmware.

Erstellung von Software

Die Entwicklung von Software ist ein komplexer Vorgang. Dieser wird durch die Softwaretechnik, einem Teilgebiet der Informatik, systematisiert. Hier wird die Erstellung der Software schrittweise in einem Prozess von der Analyse bis hin zum Testen als wiederholbarer Prozess beschrieben.


Wesen und Eigenschaften von Software

Software ist vergegenständlichte, im voraus geleistete geistige Arbeit:

  • Vergegenständlicht heißt: die Ergebnisse der geistigen menschlichen Tätigkeit liegen in Form eines Gegenstandes vor; hier in Form des auf dem Datenträger (CD-ROM, Magnetband, ...) gespeicherten Programms.
  • Im voraus geleistet meint: die Programmautoren erarbeiten z.B. ein Lösungsverfahren für die korrekte Trennung aller deutschen Wörter in einem Textverarbeitungsprogramm. Damit ist im voraus, also bevor diese Tätigkeit überhaupt anfällt, schon für alle Schreiber, die mit diesem Textverarbeitungsprogramm arbeiten, die geistige Arbeit "korrektes Trennen deutscher Wörter" geleistet. Dabei kann ein Softwareentwickler mitunter auf "im voraus" von Dritten entwickelte Algorithmen zurückgreifen.

Weitere Eigenschaften von Software sind:

  • Standardsoftware (im Gegensatz zu Individualsoftware) wird nur einmalig erzeugt und kann dann mit verhältnismäßig geringen Kosten kopiert und verteilt werden und breite Wirkung entfalten; Kosten entstehen durch den Datenträger, Werbung, Herstellen von Schulungsunterlagen und durch etwaige Lizenzen.
  • Software verschleißt nicht durch Nutzung. Auch verbesserte Software (neue Versionen) lässt die bisherigen Versionen nicht unbedingt veralten, solange sie ihren Zweck erfüllen.
  • Software ist austauschbar, aktualisierungsfähig, korrigierbar und erweiterbar, insbesondere dann, wenn Standards eingehalten und der Quellcode verfügbar ist.
  • Software tendiert dazu, um so mehr Fehler zu enthalten, je neuer und je komplexer sie ist. Außer bei Software von trivialem Funktionsumfang ist daher nicht von Fehlerfreiheit auszugehen. Fehler werden häufig erst nach Veröffentlichung einer neuen oder funktionserweiterten Software bekannt. Diese werden dann oftmals durch Veröffentlichung einer um die bekannt gewordenen Fehler bereinigten Softwareversion oder eines Patches behoben. Softwarefehler bezeichnet man auch als Bugs.
  • Der Beweis der Fehlerfreiheit ist in der Regel nicht zu erbringen. Nur bei formaler Spezifikation der Software ist der mathematische Beweis ihrer Korrektheit (Software) theoretisch überhaupt möglich.

Juristische Definition

In der Rechtsprechung wird zwischen Individualsoftware und Standardsoftware unterschieden: Bei dem Erwerb von Individualsoftware wird ein Werkvertrag bzw. Werklieferungsvertrag abgeschlossen, der Erwerb von Standardsoftware gilt als Sachenkauf.


Lizenzmodelle

Die Verbreitung und Nutzung von Software unterliegt dem Urheberrecht. Es gibt in diesem Zusammenhang mehrere typische Überlassungsmodelle:

  • Verkauf: Der vollständige Verkauf von Software, inklusive der Überlassung von Weiterverbreitungsrechten, kommt praktisch nur zwischen Firmen vor, in der Regel im Rahmen von Auftragsprogrammierung oder beim Verkauf einer Softwareentwicklungsfirma.
  • Nutzungsrecht: Bei der meisten Software, die zum Beispiel für PCs ‚gekauft‘ werden kann, wird in Wirklichkeit nur ein Nutzungsrecht überlassen. Dieses Modell ist auch bei der Auftragsprogrammierung üblich, bei der eine Firma ein Programm für den Eigengebrauch einer anderen Firma speziell entwickelt. Bei Freeware ist dieses Recht umsonst, was nicht mit Freier Software verwechselt werden darf.
  • Freie Software/Open-Source-Software: Freie Software darf von jedem genutzt, beliebig verändert und weiterverbreitet werden. Oft unterliegt dieses Recht gewissen Einschränkungen, wie zum Beispiel der Nennung des Autors oder die Verflichtung veränderte Versionen unter die gleiche Lizenz zu stellen.

Software, die nicht frei ist, wird proprietär genannt. Zwischen den oben genannten Hauptformen der Softwareverbreitung gibt es zahlreiche Zwischen- und Mischstufen.



Software in der Betriebswirtschaft

In der Betriebswirtschaft spricht man von Standardsoftware, wenn für die Abwicklung der Geschäftsprozesse eine bei einem Fremdhersteller gekaufte, anpassungsfähige Software benutzt wird. Vorteile der Benutzung von Standardsoftware sind die wesentlich geringeren Kosten (Keine eigene Projektierung, keine eigene DV-Abteilung notwendig) und die Funktionsgarantie. Nachteile sind die geringere Flexibilität der Software, die zu Anpassungsschwierigkeiten führen kann und die Abhängigkeit vom Fremdhersteller (bei dessen Insolvenz meist der Garantieanspruch verfällt). Häufig in großen Unternehmen eingesetzte Standardsoftware ist R/3 von SAP. Entwickeln Firmen ihre Software selbst, geschieht dies meist mit Werkzeugen wie ARIS, einem Architekturmodell, das die komplexen Vorgänge in einem Unternehmen abbilden kann. Selbst entwickelte Software muss sorgfältig geplant, aber auch zügig realisiert werden. Jede Standardsoftware oder selbst entwickelte Software hat einen bestimmten Softwarelebenszyklus, innerhalb dessen sie gewinnbringende Wirkung hat.




Antivirenprogramm

Ein Antivirenprogramm (auch Virenscanner oder Virenschutz genannt) ist eine Software, die bekannte Computerviren, Computerwürmer und Trojanische Pferde aufspüren, blockieren und gegebenenfalls beseitigen soll.

Arbeitsweise

Um schädliche Software zu erkennen, hat jeder Virenscanner eine Liste mit Beispielen aller ihm bekannten Viren und anderer schädlicher Software (Virensignaturen oder auch Virendefinitionen genannt), mit der er die zu überprüfende Software vergleicht. Stimmt eine Datei oder ein Teil einer Datei mit einem Beispiel aus der Liste überein, werden Schritte zur Neutralisierung und gegebenenfalls zur Reparatur der infizierten Datei und zur Beseitigung der schädlichen Software unternommen. Da ständig neue Viren und Würmer auftauchen, müssen die entsprechenden Listen ständig aktualisiert werden. Viele Scanner unterstützen heutzutage automatische Aktualisierungsmethoden.

Das Scannen von Dateien geschieht meist auf zwei Arten: Einmal geben nahezu alle Antivirenprogramme die Möglichkeit, im Hintergrund aktiv zu sein und alle Dateien und Programme, auf die auf dem Rechner zugegriffen wird, auf schädliche Software zu prüfen (on access). Zum zweiten kann ein gezieltes Durchsuchen von Dateien, Ordnern oder Datenträgern auch von Hand gestartet werden (on demand). Findet ein Scanner dann schädliche Software, gibt es in den meisten Fällen eine Warnung an den Nutzer mit der Frage, was als nächstes geschehen kann. Die möglichen Optionen reichen von einem Löschen der infizierten Datei über einen Reparaturversuch bis hin zur Quarantäne der Datei.

Eine Ausnahme stellen Virenscanner dar, die über das Internet gestartet werden – die Besonderheit liegt darin, dass sie helfen können, wenn man selbst keinen Virenscanner hat oder eine bestimmte Datei mit verschiedenen Scannern testen möchte.

Erfolgswahrscheinlichkeit

Kein Virenscanner kennt alle Viren und Würmer. Zudem sind die meisten Antivirenprogramme lediglich auf das Aufspüren von Viren und Würmern ausgerichtet. Oft werden keine Trojaner, Dialer oder gar Rootkits erkannt. Auch sind ganz neue oder kaum verbreitete Viren und Würmer nicht in den Virendefinitionen enthalten und so für den Virenscanner nicht erkennbar.

Engines

In Tests stieg die Erkennungswahrscheinlichkeit bei Programmen mit mehreren Engines, das sind die Programmteile, die für das Scannen und die Erkennung zuständig sind. Verfügt eine Antivirusprogramm über mehrere Engines wie z.B F-Secure, das mit 3 unterschiedlichen Engines sucht, kann eine Engine Viren finden, die eine andere übersieht. Oft kauft ein Unternehmen die Nutzungsrechte einer Engine bei einem anderen Hersteller, daher gibt es Software unterschiedlicher Hersteller, die zum Teil die gleiche Engine nutzen.

Bei berechtigtem Virenverdacht sollten mehrere Virenschutzprogramme zum Einsatz kommen, um sicher zu gehen, kein schädigendes Programm zu übersehen. Dabei sollte darauf geachtet werden, das nicht 2 Programme mit der gleichen Engine benutzt werden, damit die Erkennungswahrscheinlichkeit steigt, Gleiche Engines in unterschiedlichen Programmen haben ähnliche Schwachstellen.

Wichtig ist auch, nie mehrere Antivirenprogramme gleichzeitig zu installieren, weil das zu Störungen führen kann. Die Automatisch startenden Sevices behindern sich eventuell gegenseitig, dazu gehören der Hintergrundscan, der Echtzeitscan, der alle neuen Dateien wie Anhänge von Emails und Downloads scannt und auch der beim Booten einsetzende Bootsektorenscan, eventuell läßt sich der PC nicht mehr starten.


Autoupdate

Die soganannte Autoupdatefunktion, mit der automatisch beim Hersteller aktuelle Virensignaturen heruntergeladen werden, ist bei Virenscannern von besonderer Bedeutung. Wenn sie aktiviert ist, wird der Benutzer regelmäßig daran erinnert, nach aktuellen Updates zu suchen bzw. die Software sucht selbständig danach, je nach Einstellungsoption. Es empfiehlt sich, diese Option zu nutzen, um sicher zu gehen, das das Programm wirklich auf dem aktuellen Stand ist.

Heuristik

Zwar verfügen einige Virenscanner über die Möglichkeit, auch nach allgemeinen Merkmalen zu suchen (Heuristik), um unbekannte Viren zu erkennen, oder sie bringen ein rudimentäres Intrusion Detection System mit sich, jedoch sind diese Lösungen auch nicht immer ausreichend. Zu guter Letzt kann es auch passieren, dass ein Angreifer für einen Computer einen eigenen Wurm, ein Virus oder auch häufig einen eigenen Trojaner schreibt, der nur einen bestimmten Rechner infiziert – von diesem Virus (Wurm, Trojaner) wird der Hersteller der Virenscanner natürlich nie erfahren (es gibt ja nur einen Vertreter), weshalb die Virenscanner diesen auch nie finden können.

Somit sollte kein Nutzer vergessen, dass ein Virenscanner nur als Ergänzung zu allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen gelten kann (z. B. sollte ein Computerbenutzer nicht völlig unkritisch jeden Dateianhang einer Mail öffnen oder jede Software von unbekannten Webseiten starten).

Hinzu kommt, dass in letzter Zeit immer mehr Würmer und Viren die Fähigkeit aufweisen, Sicherheitssoftware auf infizierten Rechnern auszuschalten. Ist die schädliche Software also erst einmal gestartet worden, ist es meist schon zu spät, da der Virenscanner dann vom Virus oder Wurm deaktiviert wird. Meist wird der Virenscanner vom Virus nur für den speziellen Virentyp „blind“ gemacht, um unauffällig zu bleiben. Somit sollte man einen Virenscanner nicht ohne weiteres als Werkzeug verstehen, mit dem man infizierte Rechner säubern kann, denn dies ist nur dann möglich, wenn der Virenscanner außerhalb des Systems des Rechners läuft, also z. B. von CD gebootet wird.

Kein Virenscanner kennt alle Viren und Würmer, die Erkenngsrate liegt nie bei 100%.

Ein infiziertes System muss also als kompromittiertes System aufgefasst und dementsprechend behandelt werden.

Anwenderprogramm

Ein Anwendungsprogramm (kurz "Anwendung") ist ein Computerprogramm, das eine für den Anwender nützliche Funktion ausführt, z. B. Buchhaltung, Informationssysteme, Computer Aided Design, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder auch Spiele. Aus dem englischen Begriff Application hat sich in der Alltagssprache auch die Bezeichnung "Applikation" für Anwendungsprogramm eingebürgert.

Der Begriff steht im Gegensatz zum Betriebssystem und allen System- und Hilfsprogrammen, die "nur" den Betrieb ermöglichen, aber noch keinen "Nutzen" bringen. Auch Programmiersprachen und Werkzeuge zur Softwareerstellung gehören im engeren Sinne nicht zu den Anwendungsprogrammen.

Die Trennung zwischen Anwendung und Betriebssystem ist unscharf. So kann man Programmbibliotheken sowohl als Teil eines Betriebssystems, als Teil einer Anwendung oder auch als eine Schicht zwischen Anwendung und Betriebssystem betrachten.

Anwendungsprogramme werden in erheblichem Umfang zur Unterstützung der Verwaltung in Behörden und Unternehmen eingesetzt. Anwendungssoftware ist nur zum Teil Standardsoftware. Zu einem großen Teil werden auf den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnittene Branchenlösungen oder Individuallösungen eingesetzt.

Systemsoftware

Der Begriff Systemsoftware findet häufig in der Wirtschaftsinformatik Anwendung. Zur Systemsoftware gehören laut Definition Betriebssysteme (z.B Windows, Macintosh..), Systemnahe Software und Übersetzungsprogramme.

Unter systemnaher Software versteht der Wirtschaftsinformatiker z.B. Datenbank-Verwaltungswerkzeuge, Software-Entwicklungswerkzeuge und Middleware.

Mit Übersetzungsprogrammen sind in diesem Kontext Assembler und Compiler gemeint
Dieser Artikel basiert auf Artikel und Bilder aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentationen. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren und Urheber verfügbar.
 
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